Drehtür, Schiebetür oder Schubkasten: Was wo Sinn macht
Drehtüren zeigen alles auf einmal, Schiebetüren sparen Platz, Schubkästen bringen den Inhalt zu Ihnen. Was wo Sinn macht – mit Planer für den Platz vor dem Schrank und einem Blick ins Topfband.

Die Front entscheidet, wie man ein Möbel jeden Tag benutzt. Eine Tür, die im Weg steht, ein Schubkasten, der nicht ganz herauskommt, eine Schiebetür, hinter der genau das liegt, was man gerade sucht – solche Dinge merkt man nicht beim Kauf, aber jeden Morgen danach. Darum lohnt es sich, die Fronten nicht nach dem Aussehen allein zu wählen, sondern nach dem Raum und nach dem, was dahinter liegt.
Die Drehtür: der Klassiker
Eine Drehtür öffnet weit und zeigt den ganzen Inhalt auf einmal. Gehalten wird sie heute fast immer von Topfbändern, die unsichtbar in einer runden Bohrung in der Tür sitzen, sich in alle Richtungen nachstellen lassen und die Tür mit einer Dämpfung sanft schliessen. Ihr einziger Nachteil: Sie braucht Platz. Eine offene Tür ragt so weit in den Raum, wie sie breit ist – mehr, schmalere Türen sind darum oft angenehmer als wenige breite.
Wie viel Platz braucht die Front?
Drehtür, Schiebetür oder Schubkasten: Stellen Sie Schrank und Gang ein und öffnen Sie die Fronten – der Planer zeigt, wie viel Platz davor bleibt und was auf einmal zu sehen ist.
Drehtüren öffnen weit und zeigen den ganzen Inhalt auf einmal. Davor bleibt genug Platz zum Stehen.
- Ragt in den Raum
- 60 cmeine Türbreite, 60 cm
- Frei zum Stehen
- 50 cmbequem ab rund 50 cm
- Auf einmal offen
- 100 %der ganze Inhalt
- Topfbänder je Tür
- 4bei 200 cm Höhe, Türen bis 60 cm breit
Schiebetüren: wenn der Platz knapp ist
Schiebetüren brauchen vor dem Schrank keinen Zentimeter. Darum sind sie ideal für Kleiderschränke in schmalen Schlafzimmern, für Nischen und Gänge. Der Preis dafür: Es ist immer nur ein Teil des Schranks offen, bei zwei Türen die Hälfte. Und hinter der Stelle, an der sich die Türen überlappen, lässt sich kein Schubkasten herausziehen – das muss man beim Innenausbau mitplanen. Schiebetüren laufen auf Schienen oben und unten; gute Beschläge laufen leise, gedämpft und auch nach Jahren noch leicht.
Schubkästen: in der Küche fast immer besser
Ein Schubkasten bringt den Inhalt zu Ihnen. Mit einem Vollauszug kommt er ganz heraus, und man sieht von oben, was darin liegt – auch das Hinterste. In Küchenunterschränken sind Schubkästen darum fast immer die bessere Wahl als Türen mit Fachboden, hinter denen man auf den Knien sucht. Hinter Türen lassen sich Innenschubkästen einbauen; dafür braucht es Topfbänder, die weit genug öffnen, damit die Schubkästen an der Tür vorbeikommen.
Das Topfband im Detail
Wie eine Tür am Korpus anschlägt, bestimmt das Topfband. Bei der aufliegenden Tür deckt sie die Seite fast ganz ab – die häufigste Art. Zwei Türen an einer Mittelwand teilen sich deren Kante. Und die innenliegende Tür sitzt bündig zwischen den Seiten, sodass die Kanten des Korpus sichtbar bleiben – eine besonders klare, handwerkliche Art. Der Unterschied steckt in der Kröpfung, also darin, wie weit der Arm des Bandes abgewinkelt ist.
Aufliegend, Mittelwand oder innenliegend
Das Topfband sitzt unsichtbar in einer runden Bohrung in der Tür. Wählen Sie, wie die Tür am Korpus anschlägt, und öffnen Sie sie – so sehen Sie, wie das Band die Tür um die Kante führt.
Die Tür liegt vor der Seite und deckt sie fast ganz ab – die häufigste Art.
- Kröpfung
- 0.0 mmso weit ist der Arm des Bandes abgewinkelt
- Deckt die Seite ab
- 17.0 mmvon 19 mm, mit 2 mm Fuge
- Topfbänder
- 2für 72 cm Türhöhe (bis 60 cm Breite)
Kröpfung und Bänderzahl sind übliche Richtwerte; die genauen Masse hängen vom Beschlag ab. Für schwere oder sehr breite Türen braucht es zusätzliche Bänder.
Wie viele Bänder eine Tür braucht, hängt von ihrer Höhe und ihrem Gewicht ab: Eine Unterschranktür kommt mit zwei aus, eine hohe Schranktür braucht vier oder fünf. Normale Bänder öffnen rund 110°, Weitwinkelbänder deutlich weiter – nötig, wenn hinter der Tür Schubkästen herauskommen sollen. Und wer ganz auf Griffe verzichten möchte, nimmt Bänder ohne Zuhaltung mit einem Öffner, der die Tür auf Druck aufstösst.
Was wo Sinn macht
- Küche, unten: Schubkästen mit Vollauszug – alles von oben im Blick.
- Küche, oben: Drehtüren oder Klappen, die nach oben öffnen und nicht im Weg stehen.
- Kleiderschrank im schmalen Raum: Schiebetüren.
- Kleiderschrank mit Platz davor: Drehtüren – alles auf einen Blick, und kein Teil des Schranks bleibt verdeckt.
- Sideboard und Kommode: Schubkästen für Kleines, Türen für Hohes.
- Regal: offen, oder einzelne Fächer mit Türen und Schubkästen.
Im Regalkonfigurator können Sie für jedes Fach wählen, ob es offen bleibt, eine Tür oder Schubkästen bekommt. Und wie man Fronten ganz ohne Griffe öffnet, zeigt der Beitrag Griffmulden und grifflose Fronten.