Griffmulden und grifflose Fronten
Ruhige Fronten ohne aufgesetzte Griffe: gefräste Profile, Griffleisten, Griffmulden und Öffnen auf Druck – wie sie gebaut sind, welche Masse die Finger brauchen und wie eine Mulde zur Gestaltung wird.

Ein Griff ist das Erste, was man an einem Möbel anfasst – und oft das Erste, was den ruhigen Eindruck einer Front stört. Darum verzichten viele auf aufgesetzte Griffe. Die Front muss sich trotzdem gut öffnen lassen: Die Finger brauchen Platz, Halt und eine Kante, hinter die sie greifen können. Wie das gelingt, zeigt sich im Schnitt.
Fünf Wege zur grifflosen Front
Beim J-Profil ist die Mulde direkt in die Oberkante der Front gefräst, mit einem kleinen Hinterschnitt für die Fingerkuppen. Die Front bleibt aus einem Stück. Die schräge Kante ist die unauffälligste Lösung: Die Oberkante ist hinten angefräst, von vorne sieht man fast nichts. Eine Griffleiste aus Aluminium läuft unter der Abdeckung durch, die Fronten enden etwas tiefer; sie ist robust und zieht einen klaren Schattenstrich über die ganze Küche. Bei der zurückgesetzten Blende springt der Korpus oben zurück und bildet die Mulde selbst. Und ganz ohne Griff kommt das Öffnen auf Druck aus: Ein leichter Druck, und ein Öffner im Korpus stösst die Front auf.
Wie man eine Front ohne Griff öffnet
Fünf Arten, eine Front ohne aufgesetzten Griff zu öffnen – im Schnitt, mit den Massen, die für die Finger zählen. Wählen Sie ein Profil und lassen Sie die Hand zugreifen.
Die Mulde ist direkt in die Oberkante der Front gefräst, mit einem kleinen Hinterschnitt für die Fingerkuppen. Kein Bauteil kommt dazu – die Front bleibt aus einem Stück.
Übliche Masse: rund 30 mm Platz in der Höhe und 18 mm Tiefe, damit die Finger bequem hineinfinden; 4 mm Luft zwischen Front und Abdeckung.
Die Masse, die zählen
Damit eine grifflose Front sich gut anfühlt, brauchen die Finger rund 30 Millimeter Platz in der Höhe und knapp 20 Millimeter Tiefe, um hinter die Kante zu greifen. Weniger geht, aber dann tastet man jedes Mal. Bei einer gefrästen Mulde in einer 19 Millimeter starken Front bleibt hinter der Mulde nicht viel stehen – darum braucht es ein stabiles Material und eine saubere Kante, die mit den Jahren nicht ausfranst.
Push-Öffner sind bequem, haben aber ihre Eigenheiten: Eine Front, die man öffnet, indem man darauf drückt, bekommt Fingerabdrücke genau dort, wo man drückt – auf matten, hellen Oberflächen fällt das weniger auf. Und an Schubkästen, die oft und schwer beladen geöffnet werden, ist eine Mulde oft angenehmer.
Die Mulde als Gestaltung
Eine Griffmulde kann auch ein Gestaltungselement sein: ein Halbkreis an der Fuge, ein Kreis, der erst durch zwei Türen entsteht, ein schmales Langloch über die halbe Höhe einer Schranktür. In einer farbigen Front wird die Mulde zum Schattenspiel; in Holz zeigt sie die Maserung in der Tiefe.
Die Mulde als Gestaltung
Eine Griffmulde ist mehr als ein Griff: Sie gibt der Front ein Gesicht. Wählen Sie Form und Farbe – und sehen Sie, wie sie über die Fuge zweier Türen läuft.
Ein Kreis über beide Fronten: Erst zusammen ergeben die Hälften die Form – schön bei Doppeltüren.
- Grifflänge
- 130 mmPlatz für die ganze Hand ab rund 90 mm
- Muldentiefe
- 12 mmin einer 19-mm-Front
- Bleibt stehen
- 7 mmHolz hinter der Mulde
Welche Lösung passt, hängt von der Front, vom Material und davon ab, wie oft eine Tür oder ein Schubkasten geöffnet wird. Was eine Front sonst noch können muss – Drehtür, Schiebetür oder Schubkasten –, steht im Beitrag Drehtür, Schiebetür oder Schubkasten: Was wo Sinn macht.